Still not ♥ing leerstand. raven mit dem blauen block

Frankfurt ist eine kreative Stadt; dann, wenn es darum geht selbstorganisierte Räume zu verhindern und besetzte Häuser zu räumen. Von der Belagerung eines besetzen Hauses über den Zivischlägertrupp bis zur klassischen Hausräumung war in den letzten Jahren alles dabei. Allein in diesem Jahr gab es dennoch drei neue Hausbesetzungen. IvI, Leerstelle, Büro für unlösbare Aufgaben und Blauer Block sind nur einige Schlagworte, die beweisen, dass das Bedürfnis nach selbstorganisierten Räumen in Frankfurt am Main weiterhin besteht. Die Hausbesetzungsbewegung lässt sich offensichtlich nicht einschüchtern.

Auch aus anderen politischen Kontexten und verschiedenen Motivationen regt sich Widerstand. In immer mehr Vierteln gibt es Menschen, die sich gegen Verdrängung und Mieterhöhungen organisieren und zur Wehr setzen. Es ist an der Zeit diese Kämpfe zu vernetzen.

Das Scheitern der Verhandlungen des Projekts Philosophicum zeigt uns dabei, dass auch Bereitschaft zur Kooperation in Frankfurt am Ende keine größeren Spielräume eröffnet. Den Besetzer_innen der Leerstelle droht ein juristisches Nachspiel. Hiermit fordern wir alle auf, die Demo der Leerstelle am 4.9. zu unterstützen und die anstehenden Gerichtsprozesse einfallsreich zu begleiten. Die Eigentümerin beider Häuser ist übrigens die städtische Immobiliengesellschaft ABG Holding. Doch von dem trotzigen Engagement von Staatsanwaltschaft und ABG lassen wir uns nicht kleinkriegen.

Wenn wir eines vom IvI gelernt haben, dann dass theorie*praxis*party zusammengehören, um es in dieser Stadt auszuhalten. In solidarischer Umwidmung eines Zitats aus der Grundsatzerklärung des Sozialen Zentrum Avanti in Dortmund finden wir: Freiheit entsteht als tanzende Bewegung – nicht nur, aber sicherlich auch.

Deshalb:
still not ♥ing leerstand. raven mit dem blauen block.
27.9.2014, 21 Uhr, Quäkerwiese (Frankenallee, Ecke Schwalbacherstraße)
musical support by ivi residents and friends

Der Rave wird vorbeiführen an ehemaligen besetzten Häusern im Gallus, dem Westend und Bockenheim, die oft nur für wenige Stunden bespielt werden konnten: Krifteler Straße 84/86, Schwalbacherstraße 45, Weilburgerstraße 17, Hohenstaufenstraße 19-25, Schumannstraße 2, Schumannstraße 60, Kleine Wiesenau 1, Myliusstraße 20, Kettenhofweg 130, Georg-Voigt-Straße 10 und Philosophicum. In der Krifteler Straße befindet sich – nicht zuletzt aufgrund der Besetzung – mittlerweile eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die meisten Gebäude stehen allerdings bis heute leer.

Weil wohl alle ahnen, dass wir wieder kommen, lässt man sicherheitshalber Absperrgitter an der Weilburger- und die Barrikaden im Gebäude in der Schwalbacherstraße stehen und reißt die Häuser in der Hohenstaufenstraße ab.
Wir antworten darauf: still ♥ing squats. ready, steady, go.

Solidarische Grüße gehen raus an das Soziale Zentrum Avanti in Dortmund, die Squatting Days in Hamburg und die (T)Raumklinik aus Marburg.

Wir fordern die Rücknahme aller Strafanzeigen gegen die Besetzer_innen der Leerstelle, von IvI Resurrection und dem Büro für unlösbare Aufgaben!
Finger weg vom Sozialen Zentrum Avanti in Dortmund!
Für mehr selbstorganisierte Räume in Frankfurt und andernorts!